Mittwoch im Kaiserkeller: ab 22 Uhr Kleine Schwarze Nacht
Donnerstag in der Galeria 36: ab 19 Uhr Galeria Live Unplugged
Donnerstag im Saal: ab 21 Uhr Galeria Del Latino presenta: Samba Goes Latino
Freitag im Saal: ab 23 Uhr #TGIF – Thank God It’s Friday
Freitag im Kaiserkeller: ab 22 Uhr Deutschrap Digga!
Freitag in der Galeria 36: ab 22 Uhr Peace, Love & Bachata
Samstag im Saal: ab 23 Uhr Champagner Party
Samstag im Kaiserkeller: ab 22 Uhr Back to Black
Samstag in der Galeria 36: ab 22 Uhr Noche Latina

BA Thesis; Firmenportrait Große Freiheit 36, Außenaufnahme

Man nennt unseren Club im Hamburger Volksmund lediglich „Große Freiheit“ oder sogar nur „die Freiheit“. Bei einer so berühmten Straße wie der Großen Freiheit will es schon etwas heißen, wenn eine einzige Hausnummer zu ihrem Synonym wird. Die Bedeutung liegt dabei für die meisten Besucher weniger darin, dass sie hier am Wochenende so oft tanzen gehen, sondern in den legendären Konzerten, die sie hier erlebt haben – und wer ist hier seit 1985 nicht schon alles aufgetreten, von Neil Young über Rio Reiser, Robbie Williams und Pearl Jam bis hin zu den Fantastischen Vier und Westernhagen.

Der Standort selbst hat eine viel längere Geschichte. Hier (und nicht an der Hausnummer 7) stand das „Hippodrom“, das man im Hans-Albers-Film „Große Freiheit Nr. 7“ bestaunen kann: ein Vergnügungslokal mit einer runden Manege in der Mitte, in der die Besucher auf Pferden reiten konnten. Das Gebäude wurde 1944, ein Jahr nach den Dreharbeiten, zerbombt. Nach dem Wiederaufbau residierte hier lange Zeit der Stripclub „Colibri“, der ein großes Wasserbecken besaß, in dem die Mädchen als Nixen herumplanschten. Mitte der Achtziger wurde das „Colibri“ geschlossen und in einen Musikclub umgewandelt, wie es so manchem Etablissement auf St. Pauli widerfuhr. Hier war dies jedoch besonders sinnfällig: Immerhin hatte sich im Keller der Hausnummer 36 der „Kaiserkeller“ befunden, in dem die Beatles gespielt hatten. Ein Jahr nach dem Erdgeschoss wurde auch dieser wieder eröffnet.

BA Thesis; Firmenportrait Große Freiheit 36; Saal leer

BA Thesis; Firmenportrait Große Freiheit 36; Saal mit Dj

Karl-Hermann Günther eröffnete im Jahr 1985 das Gebäude wieder unter dem jetzigen bekannten Namen „Große Freiheit 36“. Sein Konzept, einen Konzertclub mit Gastronomie zu verbinden war damals neuartig für den Kiez, aber der Plan ging auf.

Eigentlich war das Projekt zum Scheitern verurteilt: Seit dem zweiten Weltkrieg galt diese Adresse als „verseucht“. Kein Club, keine Bar, keine Konzerthalle konnte sich hier halten. Karl Herrmann Günther, Clubbetreiber aus Schleswig Holstein, war 1985 auf der Suche nach einer großen Konzerthalle in Hamburg. Allen Warnungen zum Trotz besichtigte er auch das Gebäude der heutigen Grossen Freiheit 36.
Ein skurriles Bild bot sich dem erstaunten Besucher: der eigentlich charmante, holzvertäfelte Saal mit seiner Balustrade im Obergeschoss war völlig verbaut. Ein monströser Holz- und Betonklotz thronte inmitten des

Günther erkannte jedoch das Potential des Raumes, vorallem die herrliche Akustik aufgrund des vielen Holzes. Drei Monate lang baute er den Saal komplett um. Am 19. September 1985 eröffnete die „Grosse Freiheit 36“. Der Bluesgitarrist Rory Gallagher spielte auf und sorgte für den ersten legendären Abend. Über 2.000 Gäste hatten sich in den Saal gequetscht, viele mussten vor der Tür bleiben. Das Konzept hieß: Alles geht! Newcomer wie Stars, Country und Western standen ebenso auf dem Programm wie harter Rock und softer Soul. Fachsimpelt man mit Musikfreunden über den Club, erklingt immer wieder das eine Adjektiv: legendär! Gemeint sind die Konzerte, denn in den ersten zehn Jahren wurde hier noch mehr Livemusik gespielt als heute. An drei, vier Abenden pro Woche standen Bands und Solokünstler auf der Bühne. Phasenweise wurde sogar täglich Livemusik geboten, sonnabends gab es zwei Konzerte für 10 DM. Nach einem Jahr war die Grosse Freiheit 36 bereits fester Bestandteil der Clubkultur.

Ein kleiner Auszug aus der Konzertgeschichte der Grossen Freiheit 36:

80er Jahre:
Smokie, Abi Wallenstein & Band,
Wishbone Ash, Nick Cave, Extrabreit, LL
Cool J, Public Enemy, Philipp Boa, Rio
Reiser, Faith No More, Meat Loaf,
R.E.M., Neil Young

90er Jahre:
Ice-T, Deep Purple, Leningrad Cowboys,
Gloria Gaynor, Heroes del Silencio, Blur,
Pearl Jam, Fanta 4, Björk, M. M.
Westernhagen, Bob Geldof, Jamiroquai,
Sheryl Crow, Faithless, Marilyn Manson,
Daft Punk, Robbie Williams, Skunk
Anansie, Smashing Pumpkins

2000er Jahre:
HIM, Wyclef Jean, Placebo, Coldplay, Black Eyed Peas, Kylie Minogue, Busta Rhymes,
Tocotronic, Queens of the Stone Age, Underworld, The Roots, Seeed, The White
Stripes, Sugarbabes, Sportfreunde Stiller, Kaiser Chiefs, Jimmy Eat World, Xzibit, Jet,
The Killers, Richard Ashcroft

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